Über die negativen Auswirkungen, die Stress dem Immunsystem zufügt, gibt es bereits unzählige Studien. Nichts lag daher näher, als die Auswirkungen von Belastungsstress bei Allergikern unter die Lupe zu nehmen. Schließlich ist eine allergische Reaktion eine übertriebene Abwehrmaßnahme des Körpers gegen vermeintlich gefährliche Fremdkörper. Mediziner der Ohio State Universität in den Vereinigten Staaten gingen daher von der Annahme aus, dass die Immunabwehr von Allergikern, die unter Druck gesetzt werden, davon nicht unbeeinflusst bleiben würde.
Allergietests unter Strom
Neben ausführlichen Anamnesegesprächen über individuelle allergische Erkrankungen wurde auch die Belastungsfähigkeit der einzelnen Probanden getestet. So war es in Folge möglich herauszufinden, wie sehr die Psyche das Immunsystem beeinflusst. Die Teilnehmer, allesamt von Heuschnupfen geplagt, wurden anschließend über die Hautoberfläche verschiedenen Allergenen ausgesetzt vergleichbar mit einem Pricktest. Sobald sich die ersten Reizungen und Rötungen gebildet hatten, galt es auf Zeit Aufgabestellungen zu lösen.
Belastungsstress verstärkt Irritationen
Anschließend wurden die Allergiker zusätzlich über ihre subjektive Stressbelastung interviewt. Die Irritationen jener Teilnehmer, die kaum eine Belastung verspürten, waren im Vergleich um 75 Prozent größer. Doppelt so große Reizungen auf der Haut wurden bei Probanden verzeichnet, die sich in der sehr gestresst gefühlt hatten. Die Auswirkungen potenzierten sich sogar innerhalb der nächsten 24 Stunden.
Verstärkte Beschwerden durch Anspannung
Folgeuntersuchungen zeigten weiters, dass auch bei Neurodermitis oder Nesselsucht Stress einen Krankheitsschub auslösen beziehungsweise Symptome verstärken könne. Stress belastet Körper und Seele gleichermaßen und häufig geraten starke Allergiker in einen Teufelskreis aus Stress-Symptomverstärkung-noch mehr Belastung-noch mehr Symptom. In Belastungszeiten etwa während des Pollenflugs sollten Asthmatiker diese den Körper stark strapazierenden Wechselwirkungen in jedem Fall beachten. Entspannungs- oder Atemübungen leisten im Alltag Abhilfe, egal in welcher Lebenslage sich der Betroffene befindet.
Stress fördert auch Allergierisiko bei Babys
Stress birgt nicht nur für Allergiker ein Gefahrenpotenzial er ist auch während der Schwangerschaft ungesund für die Entwicklung des Embryos im Mutterleib. Emotionale Belastung kann nämlich das Allergierisiko des Kindes in späteren Jahren erhöhen. Forscher an der Harvard Medical School in Boston wiesen mittels Nabelschnurblutuntersuchungen nach, dass gereizte schwangere Frauen durch ihre Anspannung das Asthma- und Allergierisiko ihres Babys steigern. Die an allergischen Reaktionen beteiligten Antikörper waren bei Aufregung deutlich höher. Stress macht nicht nur gesunde Menschen krank, sondern überträgt sich häufig auch auf das Umfeld. Dessen sollte man sich jedenfalls bewusst sein.
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