Bildrechte: Subbotina Anna / bigstockphoto.com
Für viele Pollenallergiker könnte bald ein lang gehegter Traum in Erfüllung gehen: eine Impfung gegen Heuschnupfen. Neue Impulse kommen hier von Forschungsarbeiten des österreichischen Pharmaunternehmens Biomay in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universitär Wien und der TU München.
Weltweit sind etwa 400 Millionen Menschen von einer Allergie gegen Blüten- und Gräserpollen, im Volksmund auch Heuschnupfen genannt, geplagt. Die typischen Symptome sind laufende Nase und Augenjucken bis hin zu schweren Atemproblemen. Ausgelöst werden diese allergischen Reaktionen durch Eiweißmoleküle in den Blütenpollen bestimmter Gewächse, insbesondere von Gräsern. Diese Stoffe werden vom Immunsystem fälschlich als Feind interpretiert und entsprechend bekämpft. Die dabei gebildeten Antikörper werden als Immunglobulin E (IgE) bezeichnet und sind im Blut des Patienten nachweisbar. Die beschriebenen Symptome sind Ergebnis der überschießenden Immunsystem-Reaktion und des dabei ausgeschütteten Histamins.
Die gängigen Therapieformen gegen Heuschnupfen sind weitestgehende Vermeidung der Auslöser, Medikamente zur Linderung der Symptome, etwa Augentropfen oder Kortikoidsprays oder Anti-Histaminika, und Immuntherapien, sogenannte Hyposensibilisierungen. Bei der Hyposensibilisierung wird das Immunsystem kontrolliert an die Allergene gewöhnt, so dass es diese nicht mehr als Feind interpretiert und somit auch eine überschießende Reaktion unterbleibt. Diese Immuntherapien dauern in der Regel mehrere Jahre, sind sehr kostenintensiv und haben Nebenwirkungen. Bei der subkutanen Hyposensibilisierung, einer Impfung gegen Heuschnupfen, erhält der Patient monatlich eine Spritze.
Immunisierung durch neuartige Heuschnupfen-Impfung
Forscher des Unternehmens Biomay und der Medizinischen Universität Wien haben nun in einer Studie nachgewiesen, dass ein neu entwickelter Impfstoff die Symptome bei Heuschnupfen unterdrücken können. In der Studie wurden 180 Patienten aus 11 europäischen Allergiezentren behandelt. Sie erhielten im ersten Jahr vier Injektionen des neu entwickelten, synthetischen Impfstoffes BM32, im folgenden Jahr eine Auffrischungsimpfung. Mindestens 25 Prozent der Probanden waren anschließend symptomlos. Damit wirkt die Therapie wesentlich schneller und ist für die Patienten mit weniger Nebenwirkungen behaftet als die gängigen Immuntherapie-Verfahren.
Wann der Impfstoff flächendeckend zur Verfügung stehen wird, ist noch unklar. Es wird davon ausgegangen, dass noch weiteren Studien in den nächsten beiden Jahren erforderlich sind und dass der Impfstoff dann ab 2021 zur Verfügung stehen wird.