Bei den Therapien gegen Allergien und sogar verschiedene Krebsformen wird auch immer wieder die Autohomologe Immuntherapie (AHIT) nach Dr. Kief propagiert. Doch wie wirkungsvoll ist dieses Naturheilverfahren wirklich?
Die Autohomologe Immuntherapie wurde von dem Ludwigshafener Arzt Dr. med. Horst Kief entwickelt und wird seit 1986 angeboten. Anders als bei der einfachen Eigenblutbehandlung werden bei der Methode nach Dr. Kief Bestandteile (unter anderem weiße Blutkörperchen und Antikörper) aus Blut und/oder Urin des Patienten im Labor aufbereitet, von Keimen und Krankheitserregern befreit und dem Patienten injiziert. So erhält jeder Patient ein auf ihn individuell abgestimmtes pharmazeutisches Präparat. An der Einstichstelle kann es zu schmerzhaften Infektionen kommen. Der eigentlichen Laboraufbereitung geht ein sogenannter Kulturtransformationstest (KTT) voraus. Die eigentliche Therapie dauert zwischen sechs und zwölf Monaten, kann aber auch bis zu zwei Jahren dauern. Die Kosten für den KTT belaufen sich auf 500 Euro, für die Behandlung werden etwa 2.500 bis 4.00 Euro veranschlagt.
Die Immuntherapie nach Dr. Kief ist umstritten
Die Methode verspricht etwas vollmundig eine Erfolgsaussicht bei Behandlung aller Erkrankungen des Immunsystems, wie unter anderem auch Asthma und Neurodermitis. Die Wirksamkeit der AHIT ist allerdings umstritten. Zwar existieren subjektive Patientenberichte über Linderungen oder gar Heilung, wissenschaftliche Untersuchungen und Studien zu einer Psoriasis-Untersuchung von Dr. Kief selbst (aus dem Jahr 1993) sind jedoch nicht bekannt. Vereinzelt wird sogar die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass das Verfahren auf Dauer das Immunsystem negativ beeinflusst.
Wenn Sie sich als Allergiker für die Therapieform interessieren, sollten Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen. Möglicherweise wird er Ihnen sogar von dieser Immuntherapie abraten, insbesondere wenn Ihr Immunsystem sehr geschwächt ist.
AHIT gehört zur Gruppe der Eigenbluttherapien, bei denen dem Patienten das aus seinem Körper gewonnene Eigenblut im Urzustand oder in veränderter Form wieder verabreicht wird. Damit soll der Stoffwechsel angeregt und das Immunsystem gestärkt werden. Das naturheilkundliche Verfahren gehört nicht zu den vertraglichen Leistungen der Krankenkassen, so dass der Patient die Kosten selbst tragen muss.
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